HELLMOUTH

Werwolf

Ein Werwolf (Wortursprung althochdeutsch wêr = Mann und lat. vir =Mann, also Mannwolf) ist ein Mensch, der sich nachts in einen Wolf verwandelt und umherzieht, um sich von Menschfleisch und -blut zu ernähren. Nimmt man den Wortursprung wörtlich dürfte es sich bei Werwölfen nur um Männer handeln, die sich verwandeln. Die sogenannte Lykanthropie (griech. lycos = Wolf und anthropos = Mensch) hat ihren Ursprung in der frühesten Menschheitsgeschichte. Die prähistorischen Jäger zogen sich die Felle der Tiere über, um so die Kraft und Stärke der Beute zu erlangen. Das babylonische Gligamesh-Epos ist wahrscheinlich die älteste Überlieferung eines Werwolfs. Viele Jahrhunderte später wird von Zauberern berichtet, die sich an einigen Tagen im Jahr in Wölfe verwandeln können. Ovid machte uns dann in seinen Metamorphosen u. a. mit König Lykaon bekannt, der von Zeus zur Strafe in einen Wolf verwandelt wurde, weil er es wagte den Göttern Menschenfleisch aufzutischen. Für eine weitere Verbreitung des Mythos dürfte sich die Kirche verantwortlich zeigen. Im Mittelalter griff die Kirche alle Hinweise für Satanswerk und Trugbilder des Teufels auf und nutzte alle zur Verfügung stehenden Gegenmaßnahmen. Die Wahrscheinlichkeit auf einem Scheiterhaufen zu landen war so gut wie sicher, wenn man erst mal als Werwolf enttarnt worden ist. Also wurde diese Ehre nicht nur Frauen zu teil, die als Hexen enttarnt wurden. Es gibt viele dokumentierte Prozesse aus dem Mittelalter in denen über die vermeintlichen Werwölfe und Lykanthropen zu Gericht gesessen wurde. Die Geschichten aus dieser Zeit tun ihr übriges.

Der Volksglauben überliefert die unterschiedlichsten Gründe für eine Verwandlung in einen Werwolf. Zum einen wäre da die klassische und bekannteste Ursache, das Licht des Vollmonds.Wird man von einem Werwolf gebissen, führt das unweigerlich zur Verhandlung in einem Wolfsmenschen und so zieht man dann durch die Nacht auf der Suche nach weiteren Opfern. Eine weitere Ursache ist ein Akt der Selbstaufgabe, für den man bestimmte Utensilien (Zaubersprüche, Salben, Kleidung aus Wolfsfell) zur Hilfe nahm. Hat man einen Lykanthropen als Vorfahren kann man davon ausgehen, dass der Verwandlung bei Vollmond nichts mehr im Wege steht. Im Morgengrauen verliert der Betroffene seine Wolfsgestalt und wacht mit einer Amnesie auf, die ihn die Geschehnisse während seiner Zeit als Wolf vergessen lassen.

Als Abwehrmaßnahme oder Hilfmittel zur Vernichtung des Werwolfs zählt eine Feuerwaffe, die mit silbernen Kugeln geladen ist. Doch nur ein Treffer mitten ins Herz wird den Loup garou entgültig vernichten. Ansonsten gibt es kaum eine Möglichkeit dem Werwolf beizukommen und vernichten. Im Nahkampf besteht wegen der Kraft und Stärke des Wolfmannes kaum eine Überlebenswahrscheinlichkeit. Ist der Werwolf tot, nimmt er umgehend wieder die Gestalt des Menschen an, der er einmal war. Die einzigen Überbleibsel aus seinem Werwolfdasein werden die Wunden aus seinem letzten Kampf sein, die ihn in sein Grab begleiten werden.

Zur Wissenschaft: In der Psychologie werden einige kluge Köpfe davon berichten, dass es Wahnvorstellungen gibt, die einen Menschen glauben lassen er wäre ein Werwolf oder ein Wolf im Allgemeinen. Besonders auffällig ist in solchen Fällen ist, dass sich die animalischen Instinkte des Menschen sehr viel stärker zeigen und durchaus ausarten können. Der Werwolfmythos zieht sich durch alle Teile der Welt. Es fällt auf, dass der Wolf nicht immer der Hauptbestandteil dieser Legende ist. Häufig handelt es sich dabei um Tiere, welche die hiesige Bevölkerung und seine Weidentiere bedrohten. In Russland war es der Bärenmensch, Tigermensch auf Java, Leopardenmensch in Zambesi und so weiter. Der Wolf war besonders im Mittelalter eine der größten Gefahren für den Mensch in Europa.

(Angelus)



Hellmouth.de bei Twitter BrunoPet - ein Tierheim in Rumänien