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| HELLMOUTH |
Die DaumertsbrautDie weiße Frau von Dagstuhl wandert nachts umher und begleitet Fußgänger durch den Lückner, bis sie wieder in der Dunkelheit verschwindet. Letzte Sichtungen sind nicht lange her.
Legende aus alter ZeitEin Schafhirt ging seiner Arbeit am Fuße des Schlossbergs bei Dagstuhl nach, als er nachts des Öfteren Klagelieder hörte. In einer Vollmondnacht streckte der Hirt seinen Kopf aus dem Karren, in dem er schlief und konnte die weiße Gestalt einer Frau wahrnehmen, die durch den Schlosspark wandelte und sich jammernd vor einem Steinkreuz fallen lies. Eines Nachts fasste der Hirte all seinen Mut und schritt auf die weiße Frau zu. Im Namen der heiligen Dreifaltigkeit begrüßte er die weiße Frau. Die weiße Frau war erfreut über den hilfsbereiten Hirten. Sie erklärte ihm, der er sie erlösen kann. Sie sei verflucht worden, weil sie einen Mann an dem Steinkreuz ermorden lies. Um Mitternacht würde ein Frosch dem Brunnen entsteigen, der einen goldenen Schlüssel in seinem Maul trägt. Er müsse den Schlüssel schweigend übernehmen und schweigend übergeben. Der Hirte folgte dem Bitten der Frau und wartete bis Mitternacht am Brunnen. Tatsächlich entstieg der Frosch und öffnete sein großes Maul. Der Hirte griff hinein und fasste den Schlüssel. Der Hirte blickte dem Frosch tief in die Augen. Sie erschienen dem Hirten sehr menschlich, so menschlich, dass ihm ein „oh Gott“ entwisch. Der Schlüssel fiel dem Frosch wieder ins Maul und Frosch verschwand im Brunnen. Ein lauter Schrei schallte durch die Nacht. Die weiße Frau stand klagend vor dem Hirten: "Nun muss ich, endlose Jahre durch die Nächte irrend, den Fluch noch weiter tragen, noch reift die Eichel nicht, die den Keim zu jenem Baume in sich birgt, der das Holz zur Wiege meines Retters liefern soll!" Die weiße Frau fing zu stöhnen und weinen an. Der Hirte floh in seinem Karren. Das Jammern der Frau war bis ins Morgengrauen noch zu vernehmen. |
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